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Portraits unserer Ehrenmitglieder

Ehrenmitglied Prof. Siegfried Köhler
Der Ehrenvorsitzenden Prof. Therese Reichling zum 80. Geburtstag
Dr. Hans Joachim Zingel - Zur Erinnerung an seinen 100. Geburtstag

Ehrenmitglied Prof. Siegfried Köhler
von Monika Wischnowski

Dieses Foto unseres Ehrenmitgliedes Prof. Siegfried Köhler stammt aus dem Jahre 1948, kurz nachdem seine internationale Karriere als Komponist und Dirigent begann. In Heilbronn erhielt er sein erstes Engagement als Harfenist mit Nebeninstrument Schlagzeug. Darüber hinaus war er Solorepetitor für Gesang und Ballett. Der gerade 18-jährige erhielt dafür eine monatliche Vergütung von 222 Reichsmark und 78 Pfennige.

"Alles Capriolen" heißt das Kapitel seiner Biographie, in dem er über diese Zeit schreibt. Sehr humorvoll berichtet er über die Carmen Premiere: "Im Orchestergraben ließ ich die Harfe neben das Schlagzeug stellen. Daneben wurde das große Becken platziert. Zuerst die Beckenschläge, dann nach ein paar Takten Harfeneinsatz, sofort rauf zur Bühne, dort Einsatz für den Kinderchor und mit der Bühnentrompete Einsatz für Don José. Eiligst wieder runter in den Graben zur Harfe für das Duett Micaela/Don José. Dann wieder rauf für den Einsatz Zuniga. Marathonlauf den ganzen Abend. Aber wie kann man ein Stück besser kennen lernen als auf diese Art?"

Prof. Siegfried Köhler
Prof. Siegfried Köhler

Nach der Heimkehr aus dem Krieg 1946 arbeitete er als Dirigent unter anderem in Freiburg, Düsseldorf und Köln und als GMD in Saarbrücken und Wiesbaden. Neben der Dirigententätigkeit komponierte Köhler, hauptsächlich Operetten- und Unterhaltungsmusik. Viele seiner Stücke wurden als Filmmusiken verwendet.

"Hommage an Siegfried Köhler", hieß das Konzert, das kürzlich das Heilbronner Sinfonie Orchester zu seinen Ehren gab. Dabei spielte Laima Bach den Solopart seiner "Humoreske" für Harfe und 10 Instrumente. Dieses schöne Stück gibt es auch für Harfe Solo und ist außerdem auf CD erschienen. (mit Christine Mühlbach - Stockholm) Wir wünschen Prof. Köhler weiterhin viel Erfolg und . . . , vielleicht schreibt er UNS ja noch ein Harfenstück?

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Der Ehrenvorsitzenden Prof. Therese Reichling zum 80. Geburtstag
von Monika Wischnowski

"Das Leben hat oft mehr als 48 Saiten"
(Zitat aus einer Tageszeitung)

Hellwach der Blick, blitzgescheit und von beneidenswerter Vitalität: So geht Therese Reichling in ihr neuntes Lebensjahrzehnt.

Gar keine Frage: Sie gehört zu den "jungen Alten".

Prof. Therese Reichling
Prof. Therese Reichling

Bereits mit 6 Jahren begann sie Geige zu spielen, mit 10 folgte das Klavier und mit 11 war sie bereits Vorschülerin am Nürnberger Konservatorium. Mit der Harfe begann sie dann als 14-jährige, zunächst bei Lieselotte Brehmer und studierte dann in Berlin bei Max Saal. Bereits 1942 bekam sie eine Anstellung als Geigerin im Philharmonischen Orchester, um dann ein Jahr später als Harfenistin nach Regensburg zu gehen.

Von dort wechselte sie 1944 nach Nürnberg. Sie erlebte die letzten Wochen vor der totalen Theaterschließung mit Salome, Elektra, Tiefland und dem gesamten Wagner-Ring.

Nach dem Krieg kam sie an das Nürnberger Theater zurück und begann auch sehr bald mit ihrer Lehrtätigkeit an den Konservatorien Nürnberg und Würzburg und später an der Musikhochschule in Stuttgart. "Nebenbei" gehörte sie 11 Jahre dem Bayreuther Festspielorchester an.

Ihre besondere Liebe galt der Kammermusik und der zeitgenössischen Musik. Von 1982 bis 2002 war sie Vorsitzende der Vereinigung deutscher Harfenisten und gehört zu den Mitbegründern der Europäischen Harfenföderation.

Jetzt, zur Ruhe gekommen, forscht sie nach verlorenen Noten für die Harfe. Wir wünschen ihr noch viele erfolgreiche Jahre für diese neue Kreativität.

Erinnerungen zum 80. Geburtstag von Prof. Therese Reichling:
von Silke Wiesner

Ihr unermüdlicher und erfahrener Einsatz für das Harfenspiel, den ich von Beginn bis zum Ende meiner Studienzeit und darüber hinaus genießen durfte, hat mir Konstanz und Sicherheit gegeben bei allen Aufgaben. Dafür danke ich ihr. Ihre vielen erlebten Geschichten, die sie erzählen konnte, machten einem manches leichter zu verstehen, und wir lachten dann gemeinsam darüber. Das Wohl ihrer Schüler, auch über die Zeit des Studiums hinaus, lag ihr immer sehr am Herzen.

Ihre Liebe zu Hunden allgemein und besonders zu großen schwarzen mit langen Haaren, die stets bei ihr waren, ist auch ihr Markenzeichen. Selbst auf Konzertreisen wurde sie von ihnen begleitet. Einer machte es sich, vielleicht aus Platzgründen, sogar auf den Saiten der liegenden Harfe im Auto gemütlich. Allerdings war er da noch jung und etwas kleiner.

von Maria Stange

Meine Erinnerungen an die erste Harfenstunde in Stuttgart an der Musikschule bei Therese Reichling waren vor allem durch diesen immens großen Hund "Buffo" beeindruckend. Klappte man am Ende der Stunde die Pedale hoch, stand Buffo auf, er war bereit zu gehen. Nicht vergessen sind die Umarmungen von Therese Reichling, in denen ich als Student förmlich verschwand, klein wie man sich sowieso fühlte.

Trotz vieler musikalischer Auseinandersetzungen ist mir ein sehr gesundes Musizieren als Ergebnis des Unterrichts bei Prof. Therese Reichling erhalten geblieben. Tausend Dank dafür.

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