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Artikel

Auszüge aus Artikeln der Verbandszeitschrift des VDH vom Sommer 2004:
1. Grußwort an die Mitglieder und Freunde des VDH
2. Bericht über die VDH-Tagung am 1. Mai 2004
3. Unterhaltsame Stunde
4. Zum Musikstück
5. Historische Notizen
6. Die keltische Harfe in Irland
7. Die großen Harfenmethoden des 20. Jahrhunderts
8. Harfe - Üben
9. Fragebogen zum Thema "Harfe - Üben"
10. Kurioses

Grußwort an die Mitglieder und Freunde des VDH!

Wir begrüßen Sie im Sommerheft 2004. Wir hoffen, dass jeder in der Vielfalt der Themen etwas Anregendes findet.

Für die Zeitschrift Winter 2005 planen wir ein Zentralthema. Der Arbeitstitel lautet im Moment "Musiktherapie und Harfe". Wir hoffen, dass zahlreiche KollegInnen ihre Erfahrungen und auch Fragen zu diesem Thema einsenden.

Zu unserer großen Freude bekamen wir für die Jahresversammlung am 1. Mai 2005 eine Einladung, diese im Spohr Museum Kassel durchzuführen. Wir planen u. a. ein Konzert mit Werken von Spohr und seinen Zeitgenossen und bitten um frühzeitige "Spiel"-Anmeldungen zu dieser Veranstaltung. (Näheres im nächsten Heft)

Wir danken den vielen Helfern, die sich mit ihrer Arbeit und ihren Ideen zur Verfügung gestellt haben und wünschen allen eine erholsame Sommerpause.

Mit kollegialen Grüßen Ihre

Monika Wischnowski

Im Sommer 2004

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Bericht über die VDH-Tagung am 1. Mai 2004
von Maja Funabashi

Überraschenderweise fand die Zusammenkunft der Harfenisten nicht wie all die Jahre vorher in Wiesbaden statt, sondern diesmal war der Treffpunkt in Kassel! Der neue Vorstand bringt Veränderungen!

Der Vorstand des VDH v.l.n.r.: Annette Darringer, Clotilde Oelmueller, Dagmar Busse, Monika Wischnowski, Anne Hütten, Clotilde Depenheuer

Frau Dagmar Busse setzte sich sehr für die Organisation in Kassel ein, was immer mit sehr viel Mühe verbunden ist. An dieser Stelle möchten wir ihr hierfür noch mal danken, denn es lief alles bestens.

Frau Monika Wischnowski hatte sich ein schönes Programm ausgedacht, unterstützt vom Vorstand und Beirat. So fing das Ganze diesmal erst mittags an, damit man eine bequeme Anreise hatte.

Nach der üblichen Vollversammlung wurden wir mit einem Vortrag über Louis Spohr überrascht. Da Spohr in Kassel lebte und wirkte, war das ja besonders angebracht.

Dr. Krickeberg und Monika Wischnowski
Dr. Krickeberg und Monika Wischnowski

Herr Dr. Krickeberg hatte sich freundlicherweise dazu bereit erklärt und konnte auch kundigen Harfenisten noch interessante Einzelheiten über Spohr und seine Ehefrau, die Harfenistin Dorette Scheidler, berichten. Veranschaulicht wurde das Ganze durch Musikbeiträge von Tonträgern. Danach war es erfrischend, noch einen "Life-Beitrag" zu hören. Schön gespielt von Dorothee Neu!

Zwischendurch konnten sich die Mitglieder mit Kaffee stärken und Anregungen austauschen, sowie neue Noten durchstöbern, die Frau Carola Pinder wie üblich mitgebracht hatte. Am späten Nachmittag kamen wir in den Genuss einer extra für uns arrangierten Führung durch die Louis Spohr-Gedenk- und Forschungsstätte. Herr Homburg führte uns durch die Räume. Am beeindruckendsten war für uns wohl die Harfe, die dort stand. Dorette Spohr hatte auf einem solchen Instrument gespielt!

Allerdings blutete uns bei dem Anblick das Herz! Die Saiten waren so jämmerlich verkehrt herum aufgezogen und baumelten irgendwie herum. (So ergeht es einem, wenn man selber Harfe spielt!)

Auf einem solchen Instrument spielte Dorette Spohr

So viel ich gehört habe, ist Herr Homburg so freundlich und wird uns im nächsten Jahr 2005 am 1. Mai in seinen Räumen tagen lassen! So ist also für die nächste Versammlung des VDH schon bestens vorgesorgt.

Der Abend klang dann mit einem gemeinsamen Essen gemütlich aus.

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Unterhaltsame Stunde
von Carola Pinder

Schade, dass nicht jeder, der sich mit Spohr und Harfe beschäftigt, diesen Vortrag gehört hat, beleuchtete er doch die Beziehung zwischen Spohr und seiner Frau Dorette auch verstärkt aus der zwischenmenschlichen Sicht. Erheiternd zu hören, wie Dorette, als sie ihren zukünftigen Mann zum erstenmal sah, zu einer Freundin sagte: "Mein Gott, was für eine Bohnenstange!"

Danke dem Vortragenden für diese unterhaltsame Stunde!

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Zum Musikstück
von Carola Pinder

Das fantastische Musikstück, das uns Dorothee Neu am 1. Mai in Kassel vorstellte und wahrhaft meisterlich spielte, hieß „Fantasia on the theme of Tschaikowsky’s opera Eugen Onegin“ publiziert bei Russkaya Muzika 1967 (heute bei Salvi erhältlich unter Küne, E.W.: Fantaisiè sur un thème de l’opera Eugen Onegin, Best.-Nr. 704485-200).

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Historische Notizen

Unter dem Titel: Sonata a 3 per L´Harpa Violino (conc) e Cembalo del Sign. Molter liegt eine Neuausgabe vor.

Wir zitieren aus dem Vorwort:

"Mit dieser Besetzungsangabe sind zwei Sonaten von Johann Melchior Molter (1696-1765) überschrieben. Sie befinden sich - wie fast das gesamte erhaltene Oeuvre des Komponisten - in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. Von der hier vorliegenden Sonate in F-Dur sind eine Partitur bzw. eine Kompositionsskizze (Violine und Harfe ohne Bezifferung) sowie Einzelstimmen in Reinschrift erhalten.

Molter wurde 1696 in....

.... In Deutschland war bis Ende des 18. Jahrhunderts die chromatische Harfe oder Davidsharfe verbreitet. Ebenso ist möglich, dass der Harfenpart bereits auf einer Pedalharfe ausgeführt wurde. Die Grundstimmung der Harfen war Es-Dur oder As-Dur, somit wären beide Sonaten problemlos spielbar."

Herausgegeben von Edition Walhall, Johanna Seitz, Email: info-edition-walhall@freenet.de, Verlag Franz Biersack, Tel.: 0391-857820, Collegium Musicum – Kölner Reihe Alter Musik, Best.-Nr. EW 425

Den vollständigen Artikel können Sie in der Sommerausgabe 2004 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Die keltische Harfe in Irland
Diplomarbeit von Verena Sheehan (Teil 4) Hochschule Münster

Die keltische Harfe in England
.... Die Heralde teilten ihre Zeit zwischen ritterlichen Zeremonien, militärischen Pflichten und - im königlichen Haushalt - Aufgaben eines Minnesängers. Sie hatten die Oberaufsicht über Theater- und Musikaufführungen und waren auch selbst beteiligt. Der letzte Eintrag mit einem Hinweis auf den außerordentlich gut bezahlten King Caupenny ist vom 13. Juni 1307. .... Die Nachfrage nach Unterricht war so groß, dass im Jahre 1630 in London eine Schule veröffentlicht wurde, in denen Stücke von Martin Pierson erstmalig speziell für die keltische Harfe arrangiert worden waren. ....

Die keltische Harfe in Wales
.... telyn als walisischer Ausdruck für die Harfe. Der Wort-Ursprung dieser Bezeichnung liegt im irischen Wort teilinn, was übersetzt soviel wie "Summen einer Biene" bedeutet.

.... Aber telyn wird in den im Jahre 945 kodifizierten Laws of Wales erwähnt, nach denen eine telyn, ein Mantel und ein Schachbrett für jeden Gentleman unentbehrlich waren. ....

....im 7. Jahrhundert soll es ein eisteddfod, einen Wettbewerb der Sänger und Dichter, gegeben haben. Um 1107 hielt Cadwgan ab Bleddyn zur Weihnachtszeit ein Fest ab, zu dem er die besten Barden, Sänger und Musiker von ganz Wales einlud ,"and set chairs for them, and instituted contests between them, as was the practise at the feast of King Arthur." ....

.... Nach erfolgreich abgelegten Examen beim nächsten eisteddfod konnte er sich bachelor of the art of poetry nennen. Nach einer weiteren Probezeit schließlich wurde er zum master.

.... den zu seiner Zeit als einer der besten Harfenisten des Königreiches bekannten John Parry, "The Blind Harpist". Ancient British Music wurde 1742 in London veröffentlicht und beinhaltet Melodien für die Trippelharfe, die crwth und das pibgorn. 1781 veröffentlichte Parry eine weitere Sammlung, dieses Mal mit vielen Variationen für die Harfe. ....

Die keltische Harfe in der Bretagne
.... Es fand ein reger Austausch zwischen den Harfenisten der Bretagne, Wales, Schottlands und Irlands statt. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts waren Harfen in der Bretagne fast völlig verschwunden. Erst im 20. Jahrhundert begann die Beliebtheit der keltischen Harfe wieder zu wachsen, und heute werden jährlich Festivals und Wettbewerbe abgehalten, an denen eine beträchtliche Zahl an Harfenisten, Harfenbauern und interessierten Zuhörern teilnehmen. Die Musiker der Bretagne fanden einen besonderen Weg, die traditionelle Musik ihres Landes wieder aufleben zu lassen: die im Jahr 1972 gegründete Gesellschaft Dastum hat sich zum Ziel gesetzt, die überlieferte Musik nicht nur auf Manuskripten und Tonträgern zu bewahren, sondern gerade auch ihre häufige öffentliche Aufführung und Bekanntmachung zu fördern.

Den vollständigen Artikel können Sie in der Sommerausgabe 2004 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Die großen Harfenmethoden des 20. Jahrhunderts
Diplomarbeit von Susanne Görke (Teil 2) Hochschule Detmold

Spieltechnik und Methodik der Gegenwart
In den vorangegangenen Kapiteln [siehe VDH, Heft Nr. 77] wurde schon des öfteren auf die einzelnen Schulen der Harfenspieltechnik hingewiesen. Sie entwickelten sich im Laufe der Zeit in den verschiedenen Harfenlehrzentren. Es entstanden methodische Lehrwerke zur Weitervermittlung. Noch heute trennt man tendenziell verschiedene nationale Schulen, obwohl sich diese mit der voranschreitenden Vernetzung der Welt mehr und mehr gegenseitig annähern. Alle Schulen sind gegenwärtig allen Spielarten geöffnet und werden jeweils durch renommierte Harfenisten repräsentiert

Französische Schule und Salzedo-Technik
Die Französische Schule sucht durch einen kultivierten Anschlag eine stets weiche Tongebung, und das solistische Spiel steht im Vordergrund der Ausbildung. A. Hasselmans wird als Begründer der französischen Schule gesehen. Hasselmans besteht drauf, dass eine weiche, schöne Tongebung und eine einzigartige Klangfarbe nur mit einer korrekten Handposition erreicht werden kann: .... Man trennt sie heute klar von der französischen Schule und nennt sie Salzedo-Technik bzw. Salzedo-Schule. Der größte Unterschied zur französischen Spielweise besteht darin, dass der rechte Arm nicht auf den Resonanztisch aufgelegt wird, sondern frei in der Luft gehalten wird. ....

Die Deutsche bzw. Berliner Schule
Die Methode der Deutschen Schule zielte vor allem in ihren Anfängen auf die Ausbildung von Orchester- und Ensembleharfenisten hin. Die Tongebung ist gekennzeichnet von einer kontrollierten Tonerzeugung mit dem Ziel, „schöne“ Töne im Sinne der "rauschenden Harfe des 19. Jahrhunderts" zu erzeugen. .... Begründer der Deutschen Schule (sind) C.L. Grimm und sein "Enkelschüler" und Nachfolger an der Berliner Hochschule Max Saal. .... ...verfassten A. Zabel und W. Posse methodische Werke ihrer Harfenspieltechnik H. J. Zingel schreibt als direkter Schüler M. Saals ein vierbändiges Harfenlehrwerk.

Die Russische Schule
Eine andere Ausrichtung hat das Harfenspiel der Russischen Schule. Großen Wert wird gelegt auf virtuoses, schnelles und lautes Spiel, .... Noch im 20. Jahrhundert bleibt die russische Schule mit V. Dulovas Studium bei M. Saal in Berlin (1924-1929) von der deutschen beeinflusst. ....

(Fortsetzung hier...)

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Harfe - Üben
Diplomarbeit von Juliane Bärwaldt (Teil 1) Folkwang Musikhochschule Essen

Meine Ausführungen über das Üben werden durch die Darstellung erweiterter Übeverfahren, wie etwa der Dispokinese, mentaler Methoden, Üben im "Flow", etc. ergänzt. In diesem Zusammenhang finde ich es erwähnenswert, dass generell auf folgende Arten geübt werden kann:

  • mit Instrument und mit Noten
  • mit Instrument und ohne Noten
  • mit Noten und ohne Instrument
  • ohne Instrument und ohne Noten.
Instrumentalisten sollten sich nicht darauf beschränken, ihre Übung nur auf die ersten zwei Punkte zu beschränken, sondern sie sollten versuchen, ihre Methoden um die letzen beiden Punkte zu erweitern.

Zum Begriff des Übens
Der Begriff des Übens geht auf die germanische Wurzel „ob“ zurück, die in der indogermanischen Wurzel "op" verwurzelt ist. ....

Im Hinblick auf den musikalischen Kontext sollte in jedem Fall nochmals zwischen den beiden Modifikationen "einüben" und "ausüben" unterschieden werden.

Üben im menschlichen Dasein
.... Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass das menschliche Dasein zutiefst vom Phänomen des Übens geprägt ist. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass der Mensch im Gegensatz zum Tier bei seiner Geburt noch völlig unfertig ist und sich dieser Unfertigkeit in zunehmendem Maße bewusst wird.

.... In psychischer Hinsicht geht es um das Erlernen gewisser Tugenden, wie Geduld, Frustrationstoleranz etc. Insofern führe ich hier nochmals das Beispiel des Verlierenlernens an.

.... Allerdings sollte auch erwähnt werden, dass der Prozess des Einübens eine Veränderung für den Übenden mit sich bringt. Da der Übende während des Übeprozesses Geduld, Ausdauer, Konzentration, Willensstärke, geistige Stärke, Disziplin und Emotion aufbringen muss, vervollkommnet er sich zugleich auf physischer, mentaler und psychischer Ebene.

(Fortsetzung folgt)

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Auszug aus dem Fragebogen zum Thema "Harfe - Üben"
Ursprünglich 20 Interview-Fragen von Juliane Bärwaldt im Rahmen der Diplomarbeit

  • 1. Üben Sie gerne? Was bedeutet Üben für Sie persönlich?
  • 2. Welche Übungen machen sie für Ihre Basistechnik?
  • 3. Wie gehen Sie mit Ihren technischen Schwachstellen um?
  • 4. Wie motivieren Sie sich in schlechten Phasen?
  • 5. Sind Ihre Übezeiten seit Ihrer Studienzeit einem Wandel unterworfen?
  • 6. Welchen körperlichen / psychischen Ausgleich zum Üben praktizieren Sie? z.B. Gymnastik, Sport, Entspannungstechniken, Feldenkrais?
  • 7. Welche Grundlagen benötigen Sie zum Üben? Haben Sie Überituale?
  • 8. Haben Sie Erfahrungen mit ergänzenden Übeverfahren z.B. Kinesiologie, Dispokinese, Alexandertechnik, Mentales Training, Üben im "Flow"?
  • 9. Wie organisieren Sie Ihre Vorbereitungen, wenn Sie ein Stück an einem bestimmten Termin spielen müssen? Wie bereiten Sie sich auf Konzerte / Prüfungen / Wettbewerbe vor?
  • 10. Welche Übetechniken vermitteln Sie ihren Schülern? Wie vermitteln Sie Ihren Schülern Lust / Freude am Üben?
Der komplette Fragebogen kann angefordert werden bei Juliane Bärwaldt - Tel. 0202-316495

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Kurioses
von Carola Pinder

Und noch eine kleine Begebenheit zum Schluss: beim Umsteigen auf dem Prager Flughafen wurde obligatorisch unser Handgepäck durchleuchtet. Auf dem Röntgenbild war ein obskurer, gefährlicher Gegenstand zu sehen:

Dieses verdächtige Objekt musste ich auspacken...

Nur ein Stimmschlüssel...

...und was ein Harfenstimmschlüssel ist, verstanden die tschechischen Sicherheitsbeamten nicht auf Anhieb...

Allen Kollegen und Kolleginnen gute Reise, egal ob mit oder ohne diese Waffe!!!

 
   

   © 2004 by Rainer Templin • rainer.templin @ harfe-vdh.de