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Auszüge aus Artikeln der Verbandszeitschrif des VDH vom Winter 2006:
1. Grußwort an die Mitglieder und Freunde des VDH
2. VDH Wettbewerbs-Ausschreibung
3. Harfe-Üben Teil V
4. Die keltische Harfe in der Literatur Teil VI
5. Salzedo Teil II
6. Ein Beitrag zum Mozartjahr 2006
7. Gedicht: Heinrich Heine Sturm
8. Die Wadener Cousineau-Harfe
9. 2000 Jahre alte Harfe entdeckt?
10. Ehrenmitglied Siegfried Köhler
11. Portrait Charlotte Nyborg
12. Portrait Ariane Kahl-Gaertner
13. Portrait Maja Funabashi
14. Walter Knape - Zur Person
15. Portrait Silke Aichhorn
16. Johanna Pohl 1824-1870
17. Johann Wilhelm Hertel 1727-1789
18. Cosima Wagner und die Harfenlaute
19. Harfe und ... Gesang
20. Alfred Holy - Ein bewegtes Harfenistenleben
21. Komponistinnen zur Zeit Spohrs
22. Reinl-Wettbewerb Bericht
23. Lehrer-Forum
24. Harfen Schulen Folge 1
25. 1. Internationales Harfen Festival in Kattowice
26. Rostocker Harfentage
27. Tage der Harfe in Schwerin
28. Protokoll der Jahresversammlung am 1. Mai 2006
29. Harfen-Reparatur-Workshop mit Frans Castermans
30. Workshop für Hakenharfe

Grußwort an die Mitglieder und Freunde des VDH!

Diese Ausgabe kommt spät und deshalb als Doppelheft. Dafür gab es verschiedene Gründe. Erstens kamen nur sehr spärlich Beiträge zur Redaktion und - als sie dann kamen - war es schon so spät im Jahr, dass wir auf die Ergebnisse der Israel- und Reinl-Wettbewerbs warten wollten.

Die wohl wichtigste und erfreulichste Mitteilung in dieser Ausgabe ist die Ausschreibung des VDH-Wettbewerbes 2007. Die Unterlagen dazu sind schon an die Musik- und Hochschulen verschickt, in diesem Heft abgedruckt und außerdem über unsere Internetseite herunterzuladen. Wir bitten alle Mitglieder, die entsprechenden Seiten zu kopieren und allen Interessenten zukommen zu lassen. Ein Anmeldeformular ist diesem Heft lose beigefügt.

Einen Wettbewerb auszurichten kostet natürlich viel Geld! Und dazu brauchen wir Ihre Spenden! Manche Kollegen haben uns schon angeboten, Benefizkonzerte zu spielen. Andere wollen versuchen, an diesem Wettbewerb interessierte Personen und Firmen anzusprechen. Jede Unterstützung ist willkommen, und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Als kleine Anregung haben wir einen "Bettel-Brief" ins Heft gelegt, den man bei Bedarf weitergeben kann.

Für die nächste Mitgliederversammlung am 1. Mai 2007, bei der die Wahl des Vorstandes stattfinden muss, haben wir ein Angebot erhalten, uns in Düsseldorf zu treffen. Ein Workshop Liedbegleitung auf der Harfe (z.B. Folklore, Jazz, Improvisation) ist geplant. Wir wollen versuchen dazu passend das Programm zu gestalten. Harfe und Gesang ist ja eine vielseitige und hochinteressante Kombination. Frühzeitige Anmeldungen vieler Konzertbeiträge wären schön.

Besonders wichtig ist uns die Umsetzung der am 1. Mai 2006 in Essen beschlossenen Satzungsänderung. Die z. Z. gültige Satzung verhindert wirksame Beschlüsse (z. B. Vorstandswahlen), weil ein Drittel der Mitglieder abstimmen muss. Realistisch betrachtet besteht kaum eine Chance, dass das möglich ist. Deshalb machen wir den Vorschlag, dass jeder die neue Satzung, die am Ende dieses Heftes abgedruckt ist, auf dem beigefügten Blatt unterschreibt und uns per Post oder Fax zukommen lässt. Wir brauchen jede Stimme!

Ein Thema im nächsten Heft soll heißen: "Alles über den Transport der Harfe". Haben Sie Ideen dazu? Bitte senden Sie Bilder, Berichte und Erlebnisse?

Nun wünsche ich Ihnen allen einen guten Jahresausklang und ganz viel Muße, die vielen interessanten Artikel in diesem Heft zu lesen.

Ihre Monika Wischnowski

Im Sommer 2006

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Harfe - Üben
Diplomarbeit von Juliane Bärwaldt (Teil 5 Schluss)
Folkwang Musikhochschule Essen

Üben lernen - Üben lehren

[. . .] Betrachtet man das didaktische Dreieck Schüler - Lehrer - Stoff, muss man darauf achten, dass der Schüler in diesem Dreieck die ihm gebührende Aufmerksamkeit erhält. Zwangsläufig sollte im Zusammenhang mit dem Üben auf Alter, Geschlecht, charakterliche Merkmale, die individuelle Art des Lernens sowie das aktuelle spielerische Niveau des Schülers Rücksicht genommen werden.

[. . .] Andererseits sollte auch das individuelle Motiv des Schülers berücksichtigt werden. Dieter Alber nennt [. . .] in diesem Zusammenhang vier Punkte, die der Motivation des Einzelnen dienlich sind. Zunächst einmal wird die Interessenentwicklung des Schülers durch die subjektive Wertschätzung eines Themas (Ich mag Musik) gefördert. Zum anderen fördern eigenständiges und selbstbestimmtes Handeln (Ich entscheide), Kompetenzerleben (Ich kann etwas) und die soziale Eingebundenheit (Gemeinsames Ausüben einer interessanten Tätigkeit) das Interesse eines Schülers.

[. . .] besteht auch die Möglichkeit, den Schüler gezielt nach seiner Lieblingsmelodie oder seinem Lieblingsstück zu befragen und diese für die Harfe zu bearbeiten. Vor allem Kinder sind sich nicht unbedingt bewusst, dass ihr "Lieblingshit" in bearbeiteter Form womöglich auf der Harfe spielbar ist. In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass ein Stück unter Umständen auch für ein Duo (z.B. ein Melodieinstrument + Harfe) oder ein größeres Ensemble arrangierbar ist.

[. . .] Der Schüler sollte im Unterricht die Möglichkeit haben, eine positive sinnliche Erfahrung im Zusammenhang mit seinem Instrumentalspiel zu machen. Dem Lehrer kommt hierbei die Aufgabe zu, den Schüler für das, was er bereits kann, zu loben, wobei er sich möglichst differenziert äußern sollte, damit der Schüler das Lob als angemessen empfindet.

[. . .] Abschließend sei erwähnt, dass es immer ein Ziel des Instrumentalunterrichts sein sollte, dass der Schüler die im Unterricht praktizierten Techniken so gut versteht, dass er zu Hause eigenständig üben kann. Nur wenn der Schüler nach und nach ein Problembewusstsein entwickelt, ist er in der Lage, angemessen und nicht mechanisch zu üben.

[. . .] Die Methode der rotierenden Aufmerksamkeit eignet sich nicht nur für den professionellen Rahmen; sie ist darüber hinaus auch sehr empfehlenswert für den Harfenschüler. Im Unterricht sollte unbedingt darauf geachtet werden, wie viele verschiedene Parameter man einem Schüler zumuten kann. Hier spielen sowohl Alter und spielerisches Niveau als auch die Persönlichkeit des Schülers eine große Rolle.

[. . .] Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Koordination von einer Melodie in der rechten Hand und einer leichten Begleitung in der linken Hand für den Anfänger mitunter so schwer ist, dass es ihm nicht möglich ist, zusätzlich auf ein korrektes Einlegen der Finger bzw. auf Fingersätze zu achten. Daher sollte der gesamte Prozess gemeinsam mit dem Schüler in verschiedene Teilprozesse mit entsprechenden Teilzielen zerlegt werden.

[. . .] Besonders beim Erlernen von Harmonieinstrumenten, bei denen Blattspiel aufgrund der großen Materialfülle, die verarbeitet werden muss ein sehr komplexer Vorgang ist, ist es wichtig, seine chunks zu vergrößern, so dass bestimmte Muster zuverlässig erkannt werden.

[. . .] man sollte das Übeverhalten immer wieder kritisch überprüfen und sich fragen, warum tue ich das gerade, welchen Sinn hat das?

[. . .] Ein qualifizierter Musikpädagoge sollte nicht nur über ein gewisses künstlerisches Potential verfügen, er sollte auch interessant unterrichten und gleichzeitig im Sinne eines positiven Selbstkonzeptes eine gewisse Empathie für den Schüler und seine Persönlichkeit aufbringen, damit der Sinn des Übens ersichtlich bleibt.

Zum Abschluss meiner Ausführungen möchte ich ein Zitat von Francis Schneider anführen, das an dieser Stelle nicht weiter kommentiert werden soll:

"Aktives Musizieren ist ein Beitrag gegen die Sinnleere - eben eine Sinnlehre. Es ist ein liebevolles, interessiertes und wohlwollendes Zugehen auf ein Stück Musik mit der Absicht sich ihm zu öffnen und sich sein Geheimnis, seinen Sinn zu erschließen (!)

Den vollständigen Artikel können Sie in der Winterausgabe 2006 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Die keltische Harfe in der Literatur
Diplomarbeit von Verena Sheehan (Teil VI)
Hochschule Münster

Thomas Moore
Thomas Moore

"Nicht mehr den Damen und den Rittern
Tönt Taras Harfenklang;
Nur Nachts erschallt's mit leisem Zittern,
Wie dumpfer Grabgesang"

Einige Sagen und Legenden, die die keltische Harfe als Thema haben, wurden bereits in den vorangegangenen Kapiteln erwähnt. Die Herkunft der Musik mit der Harfe als Symbol stellt eine häufige Thematik in Irland wie auch Schottland dar. Dazu gehört die Geschichte von Eber und Eremon, die um den Poeten und den Harfner losten (vgl. Teil 1), wie natürlich auch die schottische Legende von dem Jungen, der eine Harfe im Meer fand (vgl. Teil 3).

[. . . ] Thomas Moore (1779-1852) wurde in Dublin geboren. Sein Vater, ein katholischer Lebensmittelhändler aus Kerry, hatte genug Geld verdient, um seinem Sohn die Ausbildung eines Gentleman finanzieren zu können. Irische Gentlemen waren zu dieser Zeit jedoch noch immer meistens protestantisch. Seit 1793 waren katholische Studenten zwar an der Uni-versität zugelassen, aber von sämtlichen Zuschüssen und Stipendien ausgeschlossen. In der Moor'schen Familie wurde heftig diskutiert, ob man Thomas nicht als Protestant einschreiben sollte; 1794 aber wurde er katholischer Student des Trinity Colleges in Dublin.

[. . .] Das Stück The Groves of Blarney aus dem 18. Jahrhundert wurde von Moore im Mittelteil völlig neu geschrieben, Verzierungen und eine übermäßige Quinte hinzugefügt. Als 'Tis The Last Rose Of Summer ging es um die Welt und gilt heute noch als eine seiner schönsten Kompositionen. Im 19. Jahrhundert wurden die Noten zu diesem Stück allein in den USA 1,5 Millionen mal verkauft. In Deutschland wurden Worte und Musik dieser Melodie in Friedrich von Flotows Oper "Martha" (uraufgeführt 1847) eingesetzt: "Letzte Rose, wie magst du so einsam hier blüh'n? (...)". Der Sänger wird hauptsächlich von einer Harfe begleitet.

Letzte Rose des Sommers,
Die einsam hier glüht,
All deine Gefährten
Sind lang schon verblüht;
Keine duftende Blume
Keine Knospe ist hier,
Um zu leuchten mit Schimmer
Und zu duften gleich dir.

Ich kann so allein nicht
Dich lassen in Ruh',
Deine Schwestern entschliefen,
Geh schlafen auch du!
Die Stätte bestreu' ich
Mit duftendem Laub,
Wo neben den Schwestern
Du tot liegst im Staub.

Dann will ich dir folgen,
Wenn die Freundschaft vergeht,
Und wenn wie der Windhauch
Die Liebe verweht.
Wenn das Herz, das treu ist,
Im Unglück zerschellt;
Wer möchte noch weilen
Auf der düsteren Welt?

[. . .] John Thomas (1826-1913) ist nur einer von vielen Komponisten, die zu Worten von Thomas Moore Melodien arran-gierten. Unter 'National Songs' sind die Lieder 'The Last Rose of Summer', 'The Harp That Once Thro' Tara's Halls', 'The Minstrel Boy', 'Robin Adair', 'The Blue BeIls of Scotland' und 'Horne Sweet Horne' erschienen.

[. . .] Als Symbol für die irische nationale Identität steht sie im Lied "The Minstrel Boy':

Der Minstrel zog fürs Vaterland
Hinaus zum Streit, das scharfe
Schwert führt er kühn in seiner Hand,
Am Rücken hängt die Harfe.
"Land des Gesanges," ruft der Held,
"Wenn Kriegssturm umkreist dich,
Schützt dich ein Schwert im Schlachtenfeld
Und eine Harfe preist dich."

Der Sänger fiel im Kampf, doch er
Verlacht des Feindes Streiten,
Die teure Harfe tönt nicht mehr,
Denn er zerriss die Saiten,
Und sprach: "Nie soll im wilden Drang
Der Feind dich roh verhöhnen,
Der Freiheit nur erscholl der Sang,
Nie soll er Sklaven tönen!"


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Carlos Salzedo - Harfenist, Komponist und Neuerer
Teil II der Diplomarbeit von Angelika Stanger
Darmstadt (E-Mail: forman @ surfeu.de)

1920 wurde die International Associaton of Harpists gegründet mit Salzedo als Präsidenten.

[. . .] 1930 fand der Umzug nach Camden (an der Küste von New England) statt, 1931 ist das erste Jahr der so genannten Harfenkolonie, d.h. Studenten in größerer Zahl kamen, um längere Zeit hier zu wohnen und zu studieren. Die Organisation der praktischen Seite übernahm Lucile, die auch unterrichtete. Motto der Sommerkurse: "Man muss arbeiten wie der Teufel, um wie ein Engel spielen zu können."

[. . ] Bis zu seiner Kündigung bei der Metropolitan Opera und noch etliche Jahre später, als er viele Konzertreisen unternahm, war sein Schwerpunkt auf eine Laufbahn als Instrumentalist ausgelegt. Nach und nach nahm das Interesse am Unterrichten zu und spätestens seit seiner Ernennung zum Professor am Curtis Institute 1924 wurden seine Studenten zu einem wichtigen Teil seines Lebens.

[. . .] Salzedo zu Harfe und Männern: "Männer haben Angst, behutsam und sanft zu sein, Eigenschaften, die unerlässlich zum Harfespielen sind und nicht als männlich erachtet werden. Ein anderer Grund, warum Männer sich selten der Harfe zuwenden ist die Tatsache, daß es viele Jahre dauert, um sie vollendet zu beherrschen und nur wenige Männer können sich dazu bringen, lange genug durchzuhalten, ohne finanziellen Nutzen aus der Arbeit zu ziehen, wie es ein normaler Beruf bieten würde."

[. . . ] Auch wenn Salzedo bestimmt nicht überall auf kritiklose Begeisterung gestoßen ist, im Gegenteil seine Ansichten wurden gerade von vielen Harfenisten abgelehnt, da er "das Image der Harfe zerstöre", oder mit: "Das ist nicht die Harfe!". Niemand, der sich ernsthaft mit der Harfe beschäftigt, kommt darum herum, sich mit Salzedo und seinen Ideen zu beschäftigen - gerade beim Thema Harfe im 20. Jahrhundert.

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Ein Beitrag zum Mozartjahr 2006

Zum Konzert für Flöte und Harfe gibt es unzählige Kadenzen. Wir würden gerne mit allen Kollegen gemeinsam eine Aufstellung dieser Kadenzen erarbeiten. Einen wichtigen Grundstock dazu hat Frau Prof. Helga Storck geleistet.

Hier folgen die Kadenzen, die ihre Studenten in einem Workshop auf dem WHC in Genf gespielt haben. Es wäre schön, wenn alle, die Ergänzungen dazu wissen, sich melden. Danke.

Marius Flothuis, Heinz Holliger, Pierick Houdy, Marie-Claire Jamet, Carl H. Pillney, André Previn, Carl Reinecke, Nino Rota, John Thomas, F. Beyer, A. Acker, Marcel Grandjany, Jean-Michel Damase, Edison Denisov, R. Levin, Reynaldo Hahn, Osian Ellis, P. Müller.

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Heinrich Heine: Sturm
(aus: Die Nordsee 1825-1826 Erster Zyklus Nr.8)

[...]

Vergebens mein Bitten und Fleh'n!
Mein Rufen verhallt im tosenden Sturm,
Im Schlachtlärm der Winde.
Es braust und pfeift und prasselt und heult,
Wie ein Tollhaus der Töne!
Und zwischendurch hör ich vernehmbar
Lockende Harfenlaute,
Sehnsuchtwilden Gesang,
Seelenschmelzend und seelenzerreißend,
Und ich erkenne die Stimme.

[...]

Das vollständige Gedicht können Sie in der Winterausgabe 2006 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Die Waderner Cousineau-Harfe - eine wertvolle Wiederentdeckung
von Dagmar Droysen-Reber

Im November 2004 erhielt ich einen Anruf von Charlotte Nyborg, die im Nordsaarland gerade eine Einfachpedalharfe ausprobierte, auf der sie am 25. Juli 2005 ein "Konzert in der Kleinen Residenz Wadern" geben sollte. Nach der Beschreibung des Instruments und den Antworten auf meine Fragen musste es sich um eine frühe Arbeit von Georges Cousineau in Paris handeln. Meine Neugierde war so groß, dass ich beschloss, die Harfe zu untersuchen. Vorab erbat ich einige Fotos, die mir der Vorsitzende der oben genannten Konzertreihe, Herr Bernd Schröder, zur Verfügung stellte. Frau Nyborg hatte für ihr Konzert ein interessantes Programm zusammengestellt, in dem sie zum Vergleich Kompositionen auf der Harfe aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ihrer modernen Doppelpedalharfe spielte, was das Publikum begeistert aufnahm.

Zur Harfe:

Die Harfe ist auf der Oberseite des Halses signiert "COUSINEAU / RUE DES / POULIES / A. PARIS." Dieser Stempel weist eindeutig auf Georges Cousineau, einen der bedeutenden Luthiers (Saiteninstrumentenmacher), der sich nach und nach fast ausschließlich dem Harfenbau gewidmet hat. - Wie immer fehlt eine Datierung bei Instrumenten dieses Meisters. [. . .]

Eine kurze Beschreibung des außergewöhnlich schönen Dekors:

Das Äußere entspricht der zu dieser Zeit und auch noch später verwendeten Schnitzerei im Stil Louis XVI mit der vorspringenden Volute des Kopfes mit Akanthus und zur Schnecke hin mit einer Girlande aus zarten Blüten. Im Zentrum eine große Blüte als Abschluss. Daneben auf gepunztem Grund nochmals eine Girlande aus Blütenknospen, die in Richtung Halsunterseite verläuft. Aus einem gerollten Akanthusblatt entspringen zwei Girlanden, von denen eine zur Volute der Gegenseite des Kopfes führt, die andere senkrecht nach unten zum oberen Ende der Säule. [. . .]


Biographische Angaben zu Georges Cousineau:

Georges Cousineau wurde 1733 in Mouchamps (nicht Meschant oder Merchant - so noch in der neuesten Literatur), zuge-hörig zum Bistum Luçon, in der Vendée als Sohn des Webers François Cousineau geboren. Die Mutter, Louise Ouvrard, Tochter eines Zimmermanns, stammte wie ihr Bruder Jean, aus dem Poitou, das die heutigen Départements Deux Sèvres, angrenzend an die Vendée, und Vienne umfasst. 1737 wird die Schwester Marie geboren. Der Onkel Jean Ouvrard wander-te nach Paris aus, um Luthier zu werden. Nach Lüttgendorff II soll er bei Claude Pierray gelernt haben. Bereits 1720 ist er in Paris als Luthier genannt, 1743 als geschworener Zunftmeister. Bei Lütgendorff II findet sich ein späterer Zettel (Nr. 575): "OUVRARD Luthier Place / de l'Ecole A Paris / 1745 (daneben eine skizzierte, liegende Harfe)".

Am 11. Januar 1724 heiratete Jean Ouvrard Barbe Marguerite Deshaies (Milliot, Documents, S. 69). 1735 nennt er sich unter der vorgenannten Adresse "marchand luthier", handelte also auch mit Musikinstrumenten. Ob die Mutter von Georges Cousineau früh verstorben ist, wissen wir nicht. Dagegen ist dokumentiert, dass beide Kinder, Georges und Marie, im Hause von Jean Ouvrard an der Place de l'Ecole in der Diözese Saint-Germain-l'Auxerrois auf-wuchsen. Der junge Georges erhielt dadurch schon früh Einblick in den Arbeitsbereich eines Luthiers. [. . .]

1769 war Georges Cousineau bereits geschworener Zunftmeister (Benoit, L'Apprentissage, S. 38 und 89) und hatte rechts-seitig der Seine Atelier und Wohnung in der rue des Poulies in einem kleinen Haus genommen, verbesserte sich neun Jahre später in derselben Strasse, in der er offensichtlich nochmals (wohl 1781) in ein Haus mit dem Firmenschild "A la Victoi-re" umzog. Ebenfalls 1781 erhielt der erfolgreiche Cousineau den Titel "Marchand luthier de la Reine", zwischen 1783 und Juli 1784 wurde er zum ständigen Luthier der Königin ernannt, zum "luthier ordinaire de la Reine" - eine hohe Auszeichnung.

In der Zwischenzeit trat auch der Sohn Jacques-Georges in die Fußtapfen seines Vaters. Von 1785 an firmierten sie als "Cousineau père et fils à Paris", bauten außer Harfen auch andere Instrumente, die in Mode waren und handelten mit In-strumentenzubehör, vor allem mit den anerkannt guten Saiten aus Neapel. Sie wirkten als Verleger und gaben eine Méthode de Harpe heraus. Der Sohn fungierte gleichzeitig als bedeutender Harfenvirtuose, war Mitglied des Opernorchesters und trat häufig sogar mit eigenen Kompositionen im Concert spirituel auf. Zugleich betätigte er sich als Harfenlehrer. [. . .]

Cousineaus Verbesserungen und Neuschöpfungen:

Die Einfachpedalharfe, von Jakob Hochbrucker in Donauwörth erfunden, bereits 1720 als Instrument mit sieben Pedalen entwickelt, musste Georges Cousineau hinsichtlich der exakten Halbtonerhöhung aller gleichnamigen Töne gleichzeitig in allen Oktavlagen nie recht befriedigt haben, denn er war ständig um Verbesserungen bemüht. Daher stattete er die oben beschriebene Zugkrückenharfe mit Feinstimmern aus. Gegen 1780 setzte er die aus Messing gefertigten Drehkrücken (béquilles) zur Halbtonverkürzung der Saiten in die Halsmechanik ein. [. . .]

Zur Wirkungsweise der Drehkrückenmechanik:

Zwei bewegliche Drehkrücken bilden zur Saitenverkürzung ein zusammengehöriges Paar. In Ruhestellung sind sie links und rechts auf unterschiedlichem Niveau placiert und einzeln durch ein Gewinde zu justieren. Bei Pedaleintritt dreht sich eine Krücke von unten nach oben, die andere in der entgegengesetzten Richtung. Haben sie gleiches Niveau erreicht, erfas-sen sie die Saite und verkürzen sie exakt um die zur Halbtonerhöhung erforderliche Länge. Dabei behält die Saite ihre senkrechte Position, was bei Zugkrücken nicht immer der Fall war. [. . .]

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2000 Jahre alte Harfe mit rätischer Inschrift entdeckt?

Innsbruck - Archäologen haben in Tirol eine mehr als 2.000 Jahre alte Harfe entdeckt. Das einzigartige Instrument ist reich verziert und trägt eine rätische Inschrift.

Der Fund soll nach Ansicht von Archäologen das hohe Zivilisationsniveau der Räter belegen, jenes Volkes, das in den Jahrhunderten um Christi Geburt - von keltischen Stämmen umgeben - den zentralen Alpenraum besiedelte. Innsbrucker Urgeschichtler haben aus zwei Dutzend Bruchstücken, die bei mehreren sommerlichen Grabungskampagnen bei Fritzens im Unterinntal entdeckt wurden, eine kunstvoll geschnitzte Winkelharfe rekonstruiert. Inschrift vermutlich Name des Besitzers. [...]

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Cosima Wagner und die Harfen Laute
von Anne Hütten

Cosima Wagner, Tochter von Franz Liszt und zweite Ehefrau von Richard Wagner, überlebte ihren Mann um 47 Jahre. Als der Komponist von "Die Meistersinger von Nürnberg" 1883 in Venedig starb, übernahm sie die Leitung der Bayreuther Festspiele. 1888 inszenierte sie die Erstaufführung des Werkes im Bayreuther Festspielhaus.

[. . .] In einem Brief an den Dirigenten Hans Richter vom 29. 4. 1889 schreibt Cosima in Bezug auf "Meistersinger" - Aufführungen im Sommer 1889:

"Nicht wahr, mein teuerster Hans, Sie werden in diesem Jahr darauf bestehen, dass die richtige Stahlharfe gespielt würde. Ich habe ja gefunden, dass Wiedemann (Staatstheater Darmstadt) seine Sache sehr hübsch gemacht hat, aber das richtige Instrument muss es sein. Deshalb habe ich Wilhelm Posse in Berlin engagieren lassen. Können Sie sich entsinnen, warum die Laute damals im Orchester (bei der Uraufführung 1868 in München) und nicht auf der Bühne von Tombo (August) gespielt wurde?"
(Aus: Cosima Wagner: DAS ZWEITE LEBEN, Briefe und Aufzeichnungen, 1883-1930, Herausgeb. Dietrich Mack, Verl. Piper & Co München)

[. . .] Offenbar ist Lyon mit seiner Erfindung nach Bayreuth gereist, denn in einem Brief vom 2. Juli 1899 an ihn bezüglich der "harpe-luth" heißt es:

Mein Herr, die Harfe, die Sie die außergewöhnliche Gefälligkeit gehabt haben für die Aufführungen in Bayreuth zu bestimmen, ist in Gegenwart der drei Kapellmeister und der Harfenisten (harpiste: männlich und weiblich) unseres Orchesters vorgeführt worden. Alle waren sich über die Schönheit, den Vorteil und das Verdienst Ihrer Erfindung einig. Dieses Instrument, hinreißend ebenso durch die Form wie durch den Klang, wird unseren Musiksaal zieren und ich kann Ihnen, mein Herr, fast nicht sagen, wie sehr ich für ihre liebenwürdige Aufmerksamkeit empfänglich bin. Empfangen Sie, mein Herr, mit meinen Danksagungen und denen meines Sohnes (Siegfried), die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung. Cosima Wagner

[. . .] Wie die Kostenaufstellungen der Festspiele 1911 beweisen, hat Roman Mosshammer aus Budapest 100 Mark Sondergage für das Spielen der "Laute" bekommen. Aber hat er die "harp-luth" gespielt?

[. . .] In Deutschland kann diese Technik nicht so unbekannt gewesen sein, denn von Johannes Snoer, Harfenist aus Leipzig (Festspielorchester Bayreuth 1902/04) gab es eine "Methode de Harpe pouvant servier à la Harpe Chromatique" op. 84

[. . .] 1911 gab es Klassen für chromatische Harfe in Brüssel, Lille, Paris, Nimes und Lüttich. Ebenso in Mailand (Tedeschi), Venedig (Nerini), Florenz, Bologna und Turin. Außerdem kurzzeitig in Amsterdam und Luxembourg.

[. . .] An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Mariana Schmidt-Krickeberg und Dr. Dieter Krickeberg bedanken, die mich mit Literaturhinweisen und sonstigen Informationen bei diesem Artikel unterstützt haben.

Die "HARPE-LUTH" von der Firma Pleyel System Lyon ist stahlbesaitet. Sie hat ein beachtliches Gewicht und ist 1.40 m groß.

Die Beckmesser-Figur mit der Laute ist aus Kupferblech getrieben und der Stahlrahmen aus einem Stück hergestellt. (Dies wurde mir vom Konzertharfenbau Riedel bestätigt.)

[. . .] Zur Meistersinger-Premiere 2007 in Bayreuth ist geplant, diese HARPE-LUTH auszustellen.

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Harfe und ... Gesang
von Carola Pinder und Clotilde Depenheuer

Die Harfe des Orpheus

Wie man weiß, sind Harfe und Flöte die ältesten Musikinstrumente der Menschheit. Will man sich allerdings zum Singen selbst begleiten, ist dies auf der Flöte natürlich nicht möglich, und so wurde seit alters her, so nimmt man an, der eigene Gesang mit der Harfe unterlegt. Man kennt David, der sich wahrscheinlich zu seinen Psalmen begleitet hat, man weiß von fahrenden Sängern im alten Griechenland und von irischen Barden, man leidet mit der Sagengestalt Orpheus und klagt mit der Harfenjule, um nur wenige Beispiele zu nennen. Von einigen keltischen Barden und deutschen Minnesängern sind sogar Melodien überliefert, zu denen auf der Harfe improvisiert wurde. Diese Kunst des Begleitens ist wohl besonders in Irland hoch entwickelt gewesen.

Aber nicht nur die eigene Stimme, auch Sänger, die selbst kein Instrument spielten, schätzten die Harfe, denn ihr Ton trägt und wird unmittelbar, so wie der der Stimme erzeugt.

In der Renaissance und Barockmusik (teilweise mit Generalbass-Bezifferung - sehr schön: die deutschen Arien von Händel) war ja sowieso meistens nicht festgelegt, welches Instrument den Part übernehmen sollte, und da die Harfe schon damals in der Hausmusik sehr beliebt war, ist anzunehmen, dass sie hier gerne und häufig eingesetzt wurde bis hin zu den Liedern des frühdeutschen Liederkreises im frühen 19. Jahrhundert.

Da jedoch die Spielmöglichkeiten unseres Instrumentes den harmonischen Anforderungen der kompositorischen Entwicklung noch nicht ganz hinterherkamen, wurde die Harfe nicht nur in der Solo- und Orchesterliteratur, sondern auch liedbegleitend im Zeitalter der Klassik recht selten eingesetzt (eine der wenigen Ausnahmen stellt die Romanze aus der Bühnenmusik zu "Leonore Prohaska" von Ludwig van Beethoven dar). Die Klavierinstrumente haben ja vom Spinett über das Cembalo zum Hammerklavier und später Flügel eine viel größere Entwicklung zu dieser Zeit erfahren als die Harfe. Aber selbst wenn man heute eine moderne Konzertharfe einsetzt, ist anzunehmen, dass man den Klangvorstellungen vieler Komponisten viel eher Rechnung tragen kann als mit dem Klavier.

Aber es gibt doch viele Lieder aus dieser Zeit mit Original-Harfenbegleitung. Geschrieben haben diese z.B. J.G. Burckhoffer (18. Jhd.), J.B. Krumpholtz (1745-1795), N. Isonard (1775-1818) und J. Fr. Reichardt (1752-1814) der in der Hauptsache für seine harfespielende Tochter komponierte.

Nach der Entwicklung der Doppelpedalharfe wurde diese natürlich in zunehmendem Maße von den Komponisten eingesetzt, nicht nur in der Solo- und Orchesterliteratur, sondern auch in der Kammermusik, wozu ja auch die vokale Besetzung zählt, sei es mit Gesang und Harfe alleine oder mit zusätzlichen anderen Instrumenten. Hier entstanden Lieder aus der Feder von Conradin Kreutzer (1780-1849), Ludwig Spohr (1784-1859), Robert Schumann (1810-1856) (am bekanntesten die ‚Byron-Lieder'), Franz Liszt (1811-1886), Franz Poenitz (1850-1913), Ruggiero Leoncavallo (1857-1919), Hermann Simon, Marcel Tournier (1879-1951), Othmar Schoeck (1886-1957).

Hier wurde die Harfe sehr traditionell mit Arpeggien und gebrochenen Drei- oder Vierklängen eingesetzt, aber in der weiteren Entwicklung bemühten sich die Komponisten, die harfenspeziellen Spieltechniken anzuwenden.

Zu dieser und der darauf folgenden Zeit entstanden jedoch auch sehr viele Lieder, bei deren ausgeschriebener Begleitung die Komponisten an die Harfe gedacht haben mögen, aber für Klavier geschrieben haben: Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Carl Friedrich Zelter (1758-1832), Ludwig van Beethoven (1770-1827), Franz Schubert (1797-1828), Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847), Robert Schumann (Spielanleitung "wie eine Harfe"), und natürlich Claude Debussy (1862-1918) und Maurice Ravel (1875-1937).

In Romantik, Impressionismus und Moderne sind folgende Komponisten zu finden, die speziell die Besetzung Gesang und Harfe, teilweise mit anderen Instrumenten, gefordert haben: Henriette Renié (1875-1956), Manuel de Falla (1876-1946), André Caplet (1878-1925), Max Büttner (1879-1948), Igor Strawinski (1882-1971), Hans Gal (1890), Darius Milhaud (1892-1974), Mario Castelnuovo-Tedesco (1895-1968), André Jolivet (1905-1974), Paul Burkhard (1911-1977), Sergiu Natra (1924), Philip Cannon (1929), Oskar Gottlieb Blarr, Thomas Pehlken, Bernard Andrès (1941). Leider sind von einigen Liedern die Namen der Komponisten nicht überliefert.

Sehr viele harfespielende Komponisten (oder komponierende Harfenisten) haben Volksliederbegleitungen für ihr Instrument geschrieben, diese reichen von traditionellen Begleitschemata (z.B. Calthorpe, Woods …) bis hin zu moderner Harmonisierung und eigenständiger Melodieführung wie bei Britten und Watkins. Nicht zu vergessen sei der Einsatz der Harfe in Chorwerken (nicht im Orchester, sondern solistisch oder mit Orgel und/oder nur sehr wenigen anderen Instrumenten), z.B. bei Benjamin Britten (1913-1976), Johann-Kaspar Aiblinger (1779-1867), Petr Eben (1929), Johannes Brahms (1833-1897), César Franck (1822-1890), Robert Fuchs (1847-1927), Leos Janacek (1854-1928), Sigfried Karg-Ehlert (1877-1933), Zoltan Kodaly (1882-1967) und Hermann Rübben.

Fortsetzung folgt ...

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Alfred Holy - Ein bewegtes Harfenistenleben
von Mariana Schmidt-Krickeberg

Artis de Volt, eine amerikanische Harfenistin, die bei Alfred Holy studiert hat, gab 1985 dessen Memoiren, vervollständigt durch Briefe, eigene Erinnerungen und eine Liste seiner Kompositionen als Buch heraus, das über die Lyra Music Company in New York erhältlich ist (ISBN 0-943635-01-2).

Holy ist heute nur noch wenigen bekannt, und diese Kenntnis beruht meist auf seinen Kompositionen. Es dürfte aber interessant sein, auch etwas über sein Leben zu erfahren.

Geboren wurde Holy 1866 in Oporto/Portugal, wo sein Vater Josef, aus Prag gebürtig, Kapellmeister und Professor am neu gegründeten Konservatorium war. Nach drei Jahren kehrte die Familie nach Prag zurück. Der Vater nahm dort in den folgenden Jahren verschiedene Posten als Hornist und Kapellmeis-ter an. 1876 ging er als Hornist nach Karlsbad, dann als Militärkapellmeister nach Russland; seine Frau und sein Sohn Alfred blieben in Prag. [...]

Den vollständigen Artikel können Sie in der Winterausgabe 2006 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Komponistinnen zur Zeit Louis Spohrs (1784-1859)
Vortrag auf der Jahreshauptversammlung des Verbands der Harfenisten in Deutschland e.V., 1. 5. 2005 im Spohr Museum Kassel

von Isabel Moretón Achsel

Einleitung

Stellung der Frau im 18. Jh. und Wandel im 19. Jh.

Von allen Instrumenten, die jungen Frauen im 18. und 19. Jh. offen standen, galt die Harfe ein Ausbund von Grazie, Eleganz und Raffinesse. [. . .]

Stand der Technik der Harfe

Die meisten Komponistinnen und Harfenistinnen, die ich Ihnen gleich vorstellen werde, haben für die Einfachpedalharfe komponiert. [. . .]

Komponistinnen bzw. komponierende Harfenistinnen:

  • Comtesse Stéphanie-Félicité de Genlis (1746-1830)
    stammte aus niedrigem Landadel. Sie wurde Mätresse vom Herzog von Orleans und Erzieherin seiner Kinder, [. . .]
  • Anne-Marie Krumpholtz (geb. Steckler) (ca. 1755-1813)
    wurde ca. 1755 in Metz als Tochter von Christian Steckler, einem Harfenbauer geboren.
    [. . .]
    J. B. Krumpholtz schreibt über seine Frau: "Meine Frau war viel besser als ich (im Harfespielen)." [. . .]
  • Sophia Giustina Dussek (geb. Corri) 1775-1847
    wurde in Edinburgh als Tochter des italienischen Sängers und Komponisten Domenico Corri 1775 geboren [. . .]
  • Sophia Corri
    hat zahlreiche Kompositionen für Harfe hinterlassen. [. . .]
    - Three Sonatas for the Harp (London ca.1796) composed & dedicated to Miss De Vismes by Madam Dussek (Hrsg. David Watkins, Clive Morley Collection 500333) in Es, F und C-Dur - Three Sonatas for the Harp op.2, With Scots Airs and Reels für the Adagios & Rondos, Composed & Dedicated to Miss Hadsley (London, ca. 1995) in B, G und c-moll - Notturno russe - 10 Melodien arrangiert für die Harfe - Deutschen Waltzer als Rondo arr. - Opernouvertüre von R. Kreutzer, arr. für Harfe und Klavier ad lib. - Three Favorite Airs (ca. 1815), daraus: - Thy Fatal Shafts - Queen Mary's Lamentation
    - Rondo für Harfe (Edition Dohr 98593, Hrg. Helga Storck)
  • Fanny Krumpholtz-Pittar (1784/88?-nach 1823)
    ist die wahrscheinlich ältere Tochter von zwei Töchtern von Anne-Marie Krumpholtz. [. . .]
  • V. Krumpholtz
    Ursula Rempel zitiert weiterhin Werke einer Mlle V. Krumpholtz, von der man annehmen kann, dass es sich um eine jüngere Schwester von Fanny handelt. [. . .]
  • Olivia Dussek Bulkley (ca. 1799 - ca. 1847)
    war die Tochter von Sophia Corri Dussek, ob sie auch die Tochter von J. L. Dussek war, [. . .]

Weitere Komponistinnen sind:

Mary Ann Dibdin, von der die British Library viele Werke besitzt, eine Miss De La Rue, die eine Komposition für Klavier/Harfe & zwei Hörner geschrieben hat, Maria Theresia von Paradies, Simonis-Candeille, Elisabeth de Haulteterre (1737-68): Liedersammlung mit Harfenbegleitung Signatur: A 34.308 (Paris Bibliothèque nationale - Quelle SDI Email), Mme. Delaval (Ende 18.Jh): Air russe varié pour la harpe. Signatur Vm 9 4042 und Vm 4042 A (Paris Bibliothèque natio-nale - Quelle SDI email)

Auch sollen Dorette Scheidler-Spohr (s. Email Sophie Drinker Institut) und Bemerkung von U. Rempel, sie hätte antiquarische Noten in ihrer Sammlung, und Rosalie Spohr komponiert haben.

Den vollständigen Vortrag können Sie in der Winterausgabe 2006 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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Der Reinl-Wettbewerb 2006 in Wien
Ein Bericht von Sophia Warczak (3. Preisträgerin)

Die Franz Josef Reinl-Stiftung trägt jährlich Wettbewerbe für Harfe und Komposition aus. Der diesjährige Wettbewerb fand vom 18. und 19. März in der "Universität für Musik und Darstellende Kunst" in Wien statt. Die ansässige Harfenistin, Frau Prof. Adelheid Blovsky-Miller hatte die künstlerische Leitung des Wettbewerbes inne und sorgte gemeinsam mit dem Stiftungsvorsitzenden Dr. Ernst Grossmann sowie den zuständigen Organisatoren der Wiener Universität für einen reibungslosen Ablauf und das Wohl aller Beteiligten.

Die Jury für Harfe setzte sich aus den Professoren Helga Storck (München/Katowice), Marion Hofmann (Rostock/Berlin) und David Watkins (London) zusammen.

Die erste Runde fand am 18.3. statt. Folgende Werke wurden verlangt:

  • G. F. Händel: Thema con Variationi oder The Harmonious Blacksmith, Prelude and Toccata.
  • ein virtuoses Stück nach eigener Wahl

Von den 11 Teilnehmern qualifizierten sich fünf für die 2. Runde. Am 19. 3. spielten Julia Gollner, Rukiko Yamaniya, Sophia Warczak, Christoph Bielefeld und Victor Hartubanu folgendes Programm: 1.) Dittersdorf: Konzert für Harfe mit Klavierbegleitung 2.) ein zeitgenössisches Stück nach eigener Wahl (nach 1970 komponiert).

Die Preisträger:


1. Preis: Christoph Bielefeld (München)

2. Preis: Victor Hartubanu (Leipzig)

3. Preis: Sophia Warczak (Rostock)

Das Preisträgerkonzert fand am 9. Juni abermals in Wien statt. Es war eine angenehme und positive Atmosphäre während des Wettbewerbes.

Ein Dank an alle Verantwortlichen!

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Harfenschulen Folge 1

In mehreren Folgen wollen wir in unserer Verbandszeitschrift Schulen für Harfe vorstellen. Da eine solche Arbeit nie vollständig sein kann, würden wir uns über die Zusendung von Informationen und Meinungen freuen.

In der Winterausgabe der Verbandszeitschrift des VDH finden Sie Informationen, incl. Angaben zur Zielgruppe (Kinder, Erwachsene etc.) und zu den in den jeweiligen Schulen angesprochenen Harfenarten (Irische Harfe, Doppelpedalharfe) u.a. über die folgenden Harfenschulen:

  • Bannermann, Marion: The Harp (Lyra Music Company, 1976, englisch)
  • Baumgartner, Doris: Meine erste Harfenschule Bd. I - II (Eigenverlag, 1996, deutsch)
  • Binner, Monika: Harfenschule für Kinder (Engel Ed. Puchheim, 1996, deutsch)
  • Bochsa/Oberthüer: Method for Harp (Fischer, NY. englisch, ohne Jahresangabe)
  • ...
  • ...
Die vollständige Liste können Sie in der Winterausgabe 2006 der Verbandszeitschrift des VDH nachlesen. Ein Bestellformular finden sie hier...

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THE FIRST INTERNATIONAL HARP FESTIVAL
IN KATOWICE (POLAND)
10. - 14. Mai 2006
Künstlerische Leitung: Prof. Helga Storck

Programm:

10. 5. Konzert "Winners & Masters"
11. 5.WorkshopDebussy, Sonata (Prof. I. Moretti)
Konzert"Concert of Men"
12. 5.WorkshopProf. D. Watkins
Workshop"Do It Yourself" A. Gralak
KonzertSpohr - Concertante für Harfe und Violine
Weiner - Romance für Violoncello, Harfe und Str.
Reinl - Impression und Jou-jou für zwei Harfen, Str. u. Perc.
Berlioz - Symphonie Fantastique - Walzer mit 6 Harfen
13. 5.Workshop"Harfenliteratur für Kinder" M. Gargas, H. Storck
Workshop"Do It Yourself " J. Francois
Konzert"Sacral Music" für Violoncello, Harfe und Chor
14. 5.KonzertSchönberg - Nocturne für Violine, Harfe und Str.
Ginastera - Concerto für Oboe, Harfe und Str
Schmitt - "Engelsburg" für 3 Trp., 8 Harfen u. Perc.

Es spielten:
Anneleen Lenaerts (Belgien) - Jie Zhou (China) - Prof. Isabell Moretti (Frankreich) - Prof. David Watkins (England) - King David Harp Quartett (Polen, Deutschland, Schweiz, Frankreich) - Sarah und Raphael Christ (Deutschland) - Prof. Helga und Klaus Storck (Deutschland) - Anna Sikorzak-Olek, Krzystof Waloszczyk, Jadwiga Okon, Adam Halicki, Marlis Neumann, Antonia Schreiber, Joanna Liberadzka - Polnisches National Orchester unter Tomasz Bugaj - Silesian Phih. Orch. unter Michal Nesterowicz - Chor der Musik Akademie Katowice

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Rostocker Harfentage
von Marion Hofmann

Vom 13. bis 15. Juni 2006 fanden die ersten Norddeutschen Harfentage statt. Die Leitung hatten Frau Prof. Helga Storck und Frau Prof. Marion Hofmann. Das Programm umfasste verschiedene Kurse: u.a. Probespieltraining, Kammermusik und Solo-Repertoirestudien.

In den Solo-Recitals der beiden Gast-Harfenistinnen Sarah Christ und Jie Zhou wurden folgende Werke gespielt:

G. Fauré Impromptu op. 86 Christ
D. Scarlatti Sonaten KP 209 und 208 A-Dur Christ
E. Parish Alvars Thema u. Var. Op. 36 über Norma Christ
L. Spohr Fantasie op. 35 Zhou
Wang Fei Der Hauch aus Ferne und Tiefe Zhou
A. Mudarra Fantasia Zhou
P. Cancan Theme et Variations Zhou

Im Abschlusskonzert der Teilnehmer hörte man folgendes Programm:

G. F. Händel - Konzert, D. Scarlatti - Sonate A-Dur, W. Posse - Etüde Nr. 1, L. Spohr - Fantasie op. 35, C. Salzedo - Variationen, W. A. Mozart - Adagio und Rondo c-moll KV 617, C. Salzedo - Concert Fantasy on Lara's "Granada", J. Thomas - "Cambria" für zwei Harfen.

Die Rostocker Harfentage waren für alle Beteiligten eine große Bereicherung und Freude. Es wurde auf allen Gebieten wunderbar zusammen gearbeitet. Höhepunkte stellten die beiden öffentlichen Konzerte dar. An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei Frau Prof. Helga Storck für ihr großes Interesse und Engagement bedanken!

Nord und Süd vereint - das wollen wir unbedingt weiterführen. Vielleicht gibt mein Beitrag einen Anstoß, dass unter den Hochschulen mehr Austausch stattfindet.

Die Musik vereint, da sollten unterschiedliche Spielmethoden zweitrangig bleiben.

von links: Marion Hofmann, Sarah Christ, Helga Storck, Jie Zhou

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"Tage der Harfe" in Schwerin

Das Harfenorchester "Arpeggio" (musikalische Leitung Klaus Schmalfuß, künstlerische Gesamtleitung Ingrid Pohl) formierte sich zu Beginn dieses Jahres. Zum Orchester gehören 16 Musiker zwischen 12 und 40 Jahren, die an vier Musikschulen des Landes ausgebildet werden.

Auf dem Programm stehen dabei mehrstimmige Stücke aus dem klassischen und populären Bereich, die alle speziell für das Orchester arrangiert wurden. Das Orchester trifft sich regelmäßig zu Probenphasen in den Ferien.

Zum Repertoire gehören u. a. Braas-van Staa - Trio, Vivaldi - Sonata, Grieg - Solvejgs Lied, Pratt - Fontäne, Andrès - La Ragazza und Herbsttänze, Tournier - Mondlicht im See und traditionelle Melodien wie z. B. Greensleeves.

Email: dsemlow@schwerin.de

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Protokoll der Jahresversammlung am 1. Mai 2006
von Inge Chlupacek und Christiane Voth


Mitglieder bei der Jahresversammlung 2006

Eröffnung der Jahresversammlung 2006

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende, Monika Wischnowski, wurde der verstorbenen Mitglieder, Frau Professor Ursula Lentrodt und Frau Professor Dora Wagner gedacht.

Nachdem die Tagesordnung von den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen wurde, schilderte Isabel Moretón kurz ihre Eindrücke vom Weltharfenkongress 2005 in Dublin. Nachdem vielfach geäußert worden war, dass die Kosten für diesen Kongress in Dublin extrem hoch seien, habe sie sich vom WHC Committee eine Kostenaufstellung geben lassen, die im Heft Nr. 81 nachzulesen ist. Der nächste Weltharfenkongress wird vom 17.-25. Juli 2008 in Amsterdam stattfinden.

Frau Wischnowski berichtete, dass auf die Fragebogen-Aktion "Gestaltung der Jahreshauptversammlung am 1. Mai" ca. 20 Rückmeldungen eingetroffen seien. Die Auswertung dieser Rückmeldungen ist natürlich nicht repräsentativ. Häufig ange-kreuzt wurde der Vorschlag "Workshop".

Zu dem "Lehrer-Eintrag" auf den Internet-Seiten gab es bisher nur eine Rückmeldung. Auf unserer Internetseite ist ein solcher Eintrag bisher nicht möglich.

Persönlicher Hinweis des Webmasters an dieser Stelle:

Die Erstellung einer Lehrerliste hier auf unserer Website ist problem- und kostenlos möglich. Interessierte KollegInnen können ihren Eintragungswunsch in eine solche Liste über die Vorsitzende Monika Wischnowski per Email (harfe-vdh@gmx.de) jederzeit an mich richten.

Rainer Templin

Frau Pinder schlug vor, ein Lehrer-Verzeichnis für Harfe herauszugeben. Eine Aufstellung der Harfenschulen - ohne Bewertung - gibt es von Frau Wischnowski. Diese Schulen könnten in unserer Zeitschrift veröffentlicht werden.

Erneut wurde um Beiträge für die Zeitschrift, Fotos oder Hinweise auf bzw. für Artikel gebeten.

Satzungsänderung

Der Vorstand stellte eine veränderte Satzung vor, die es der Mitgliederversammlung ermöglicht, mit einer einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder rechtskräftige Beschlüsse zu fassen. (siehe neue Satzung S. 123) Bisher war die Mitgliederversammlung beschlussfähig, wenn mindestens die Hälfte aller Vereinsmitglieder anwesend oder vertreten ist. Dies wird niemals zu erreichen sein. Die alte Satzung sieht vor, bei Beschlussunfähigkeit innerhalb von 4 Wochen eine gleiche Versammlung einzuberufen. Das verursacht unnötige Kosten.

Um dieses zu vermeiden, wurde vorgeschlagen, dass alle Mitglieder der (am Ende des Heftes abgedruckten) Neu-Fassung schriftlich zustimmen. Dieser Vorschlag wurde angenommen.

Als nächstes wurde über die Amtszeit des Vorstandes diskutiert. Bisher war der Vorstand für 2 Jahre gewählt. Die Abstimmung brachte folgendes Ergebnis: Für die Amtszeit von 3 Jahren stimmte ein Mitglied, alle übrigen für 4 Jahre. Diese Regelung soll ab dem 1. Mai 2007 in Kraft treten.

Weitere Beschlüsse: 1. Bei Auflösung des Verbandes soll das Vermögen an "Jugend musiziert" fallen.

2. In die Satzung soll aufgenommen werden, dass ein Ausschluß erfolgt, wenn der Mitgliedsbeitrag 3 Jahre lang nicht gezahlt wurde. Über den Ausschluß entscheiden schriftlich der Vorstand und der Beirat. Abstimmung: 21 Mitglieder stimmten dafür, 1 Stimmenthaltung.

3. Die Mitgliedschaft kann bei groben Verstößen beendet werden. Darüber entscheidet schriftlich der gesamte Vorstand und die Beiräte.

Wettbewerb des VDH 2007

Der nächste Wettbewerb des VDH findet vom 29.9. - 3.10.2007 in der Landesmusikakademie Hessen, Schloss Hallenburg, statt. Anmeldeschluß ist der 1. April 2007. Die Flyer mit den Anmeldeformularen können in der Geschäftsstelle bei Frau Ölmüller bestellt oder im Internet unter www.harfe-vdh.de heruntergeladen werden.

Frau Busse, Frau Prof. Hütten und Frau Pinder sind zu einer Besichtigung nach Schlitz gefahren. Es sind genügend Räumlichkeiten vorhanden. Angeschlossen ist ein Gästehaus mit 80 Betten. (3-Bett, 2-Bett und 1-Bett-Zimmer). Die Mehrbettzimmer haben jeweils ein Bad. Für die Mahlzeiten steht eine kleine Cafeteria zur Verfügung. Im Internet nachzulesen unter http://www.hessischer-musikverband.de/schlitz.htm. Parterre und 1. Stock sind bereits reserviert. (Es gibt keine Aufzüge) Die Teilnehmerzahl sollte möglichst bald festgelegt werden. Spenden für dieses Projekt sind willkommen und notwendig.

Ausstellungen

Am 1. Mai, anlässlich der Jahresversammlung, soll keine Verkaufs-Ausstellung von Noten oder Harfen mehr stattfinden. Stattdessen finden z.B. Vorträge oder Workshops mit bestimmten Themen statt, wozu dann natürlich entsprechende Noten oder Harfen mitgebracht werden können.

"Historische Harfen" wäre ein Thema für den nächsten 1. Mai. Herr Klaus Hüttel aus Düren wäre dafür der Ansprechpartner.

Lehrerliste

Es soll für Mitglieder des VDH die Möglichkeit geben, sich auf den Internetseiten des Verbandes als LehrerIn (Name/Adresse und Telefonnummer) eintragen zu lassen (Webmaster). (Anmerkung des Webmasters: s.o.)

Die Adressen der Mitglieder sind auf Anfrage gegen einen Unkostenbeitrag von 5 Euro erhältlich. Anfragen sind zu richten an Frau Sabine Thiel.

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Harfen-Reparatur-Workshop mit Frans Castermans
von Claus Henry Hüttel


Claus Henry Hüttel

Fällt es auch schwer, an einem Feiertag wie dem ersten Mai Haus und Hof zu verlassen, hat sich doch der Besuch des VDH Treffens wieder einmal gelohnt.

Statt entspannt im Garten den nahenden Frühling zu genießen, wählte ich die Variante Kontaktpflege mit der Harfenwelt. Und wie immer gab es keine Hürde im Umgang mit den Anwesenden, die Stimmung war wie immer schnell sehr familiär.

Entspannt und gut gesättigt schritten nach der Mittagspause etwa die Hälfte der Anwesenden zur Demonstration und Anleitung der Pflege und Wartung von Konzertharfen.

Kollege Castermans hatte eingeladen. Gut vorbereitet hatte er beim Eintreten der wissbegierigen Harfenistinnen und Harfenisten eine alte Lyon und Healy Nr. 328 bereits auf seinen mobilen Reparaturbock in die Horizontale befördert. Schnell kamen die ersten Fragen. Was tun ohne eine solch professionelle Reparaturhilfe? Herr Castermans hatte auf alle Fragen einen guten Ratschlag. Nichtsdestotrotz gab es bei einigen Harfenistinnen und Harfenisten erste Zweifel, ob man wirklich ein komplexes Instrument wie die Pedalharfe selber warten soll oder nicht doch lieber den Fachmann zur Stelle ruft. Herr Castermans war allerdings redlich bemüht, Berührungsängste abzubauen, auch wenn es in diesem Fall bedeutet, sich dem Instrument mit Zange, Schraubenzieher und Ölkännchen zu nähern anstatt mit gut gecremten Händen und Notenblatt.

Herr Castermans öffnete den Pedalkasten der Lyon und Healy, wies auf die diversen Schmierpunkte der Pedalfedern hin und erklärte das korrekte Auswechseln einer gebrochenen Feder. Sein Rat: Jeder Konzertharfenist möge sich doch eine rechte und eine linke Feder in Reserve halten, um diese bei Bedarf selber einsetzen zu können. Das spart unnötige Anfahrtkosten aber vor allem nerviges Warten auf den Retter.


Alles klar? - Frans Castermans beim Workshop

Erheblich komplizierter sind die Arbeiten an der Mechanik. Herr Castermans führte auch dieses vor. Das Vor- und Rückdrehen von Gabelscheiben hat einen Feinstimmeffekt, das Versetzen der Führungsstege oberhalb der Gabelscheiben wirkt eher auf die gesamte Intonation der Harfe und sollte erst ausgeführt werden, wenn sich der Rahmen nach vielen Jahren gesetzt hat. Er erwähnte auch das erheblich schwierigere Regulieren der frühen englischen Erard-Harfen, deren Gabelscheiben noch auf Gewinde aufgeschraubt sind und nicht durch das Lösen der zentrischen Schraube versetzt werden können. Einfach dagegen ist das Scheppern der Gabelscheibenachsen zu beheben, indem man die Saiten-abgewandte Stellschraube vorsichtig anzieht.

Sehr hilfreich waren auch seine Ratschläge zu Besaitungsfragen. Eine einzelne Saite, die nicht klingt, deutet auf versteckte Beschädigung und sollte ausgetauscht werden. Bei unzureichendem Gesamtklang kann durch Ausprobieren anderer Saiten-Fabrikate der Klang verbessert werden. Hierzu erst mit einzelnen Testsaiten beginnen.

Herr Castermans wies darauf hin, dass in jüngerer Zeit die Basssaiten am unteren Ende sehr kräftig gewickelt sind. Er riet dazu, solche Saiten mit sehr viel Filz zu unterlegen, um den starken Bereich der Saite vom Resonanzdeckenloch fernzuhalten und so Beschädigungen der Mittelleiste zu vermeiden. Die Saitenwicklung der Basssaiten auf den Stimmwirbeln sollte immer nach innen erfolgen, damit sich der Stimmwirbel beim Drehen eher festzieht. Festsitzende Wirbel soll man mit Gegendruck bei gleichzeitigem Drehen herausnehmen, kurz mit feiner Stahlwolle reinigen und wieder einsetzen. Der Stimmschlüssel soll rechtzeitig erneuert werden, da er sonst die Vierkante der Stimmwirbel vorzeitig abnutzt. Die Harfe immer vom Bass ausgehend stimmen, da die Basssaiten die größte Zugbelastung auf das Rahmen ausüben. Herr Castermans rät bei Transport die Stimmung der Harfe nicht zu verändern, da durch die Klimaschwankung zusätzlich Stimmungsprobleme auftreten.

Zum generellen Reinigen der Harfe rät er ein Abreiben mit leicht angefeuchtetem Tuch betränkt mit einer Seifenlauge. Das Instrument umgehend trockenreiben. Abgenutzter Lack sollte von Fachmann ergänzt werden.

Gegen Ende der informativen Stunde wurden zur Auflockerung der angestrengten Zuhörerschaft noch einige Anekdoten aufgetischt, wie zum Beispiel die von der stinkenden Harfe: So bezeichnete der Ehemann einer Harfenistin erstaunt das Instrument seiner Frau, worauf die Gattin etwas spitz bemerkte, sie hätte ja auch die seltene Ehre gehabt im Kronleuchtersaal zu spielen. Kölner Insidern ist bekannt, das dieser unterirdische Raum zum Kölner Kanalisationssystem gehört, wegen seiner akustischen Qualitäten in jüngster Zeit aber auch zu bemerkenswerten Konzerten verwendet wird.

Zum guten Schluss berichtete Herr Castermans über ein ähnliches Problem einer Kundin, deren Hund die Harfe wohl eher als Baum einstuft. Hier empfehle ich als erfahrener Hundebesitzer einen Besuch beim Hundepsychologen. Preiswerter ist allerdings der unmittelbare Klaps mit der Zeitung während des Geschäfts.

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Workshop für Hakenharfe
von Blanche Birdsong

Vor 70 Jahren in Texas war die Harfe die ich spielte eine hellgrüne, geliehene Clark Irisch Harp. Sie war reich verziert mit keltischen Symbolen und wurde von meiner Lehrerin "Peggy" genannt. Damals waren alle Saiten rot, mit grünen Cs und blauen Fs. Die Umstimmmöglichkeiten waren einfach: oben neben jeder Saite gab es flache Metallstifte die man von vertikal nach horizontal drehen konnte. Dabei wurde die Saite gedrückt und um einen Halbton erhöht. Moderne Umstimmer haben eine Rotationsvorrichtung welche von oben nach unten gezogen wird und dabei die Saite sanft, aber fest drückt.

Obwohl ich viele Schüler mit Hakenharfe unterrichtet habe, musste ich bisher noch kein Instrument reparieren. Als ich erfuhr dass ein Reparatur-Workshop für Hakenharfe während unseres Mai-Treffens angeboten wird, rief ich sofort bei Carola Pinder an um mich anzumelden.

Es war eine gute Entscheidung. Carola Pinder behandelte das am meisten vorkommende Problem, "Buzzes", die entstehen wenn der Umstimmer die Saite nicht fest genug hält.

Vorschläge zur Beseitigung des Geräusches:

Kontrolliere die "Umgebung" der Harfe auf Objekte, die vibrieren können z. B. Bleistifte, Gegenstände aus Glas, Teller. Die Umstimmer kommen in drei Größen vor. Kontrolliere jeden ob er locker ist.

Auch jeder Wirbel muss fest sitzen. Beim Einstimmen sollte man in Richtung Holz drücken. (Hämmern ist nicht zu empfehlen)

Man kann mit einer Zange die Umstimmer vorsichtig so biegen, dass die Saite besser fest gehalten wird. Man kann den Umstimmer mit Zwirn umwickeln.

Oder - nimm den Umstimmer ab, lege ihn seitlich auf ein Stück Marmor (oder etwas anderes wirklich Hartes) und hämmere auf die Niete.

Nützliche Werkzeuge für Harfenisten sind Schraubendreher (auch Kreuzdreher), eine breite Zange, Hammer und ein Stück Marmor.

Die Vorschläge sind wirkungsvoll. Wir haben sie ausprobiert und nachher waren die "Buzzes" weg.

Es ist immer schön, jemandem zuzuschauen, der weiß was er tut. Viele Jahre Erfahrung steckten in Carola Pinders Workshop. Wir haben gelacht und gelernt - eine gute Kombination.

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Was schnarrt denn da?
von Ingrid Pohl


Carola Pinder eim Workshop in Essen

Ein Bericht vom Reparatur-Workshop am 1. Mai 2006 in Essen

Ein interessantes und lehrreiches Seminar wurde anlässlich der Jahresversammlung des Verbandes der Harfenisten in Deutschland e.V. am 1. Mai 2006 in Essen angeboten. Frau Carola Pinder gab einen Einblick in die Möglichkeiten, eine Hakenharfe zu reparieren und zu pflegen.

Etwa 20 Seminarteilnehmer verfolgten gespannt die theoretischen, aber auch praktischen Ausführungen der Dozentin. Es waren alles altgediente Harfenisten/innen, die zum Teil schon viele Jahre auf der Hakenharfe unterrichteten. Trotzdem hielten alle den Atem an, als Frau Pinder bei einer schnarrenden Stahlsaite den Haken einfach mit aller Kraft nach außen bog. Er, der Haken, machte das auch mit, und siehe da, nach dem Zurückbiegen war kein Schnarren mehr zu hören. Auch ich atmete erleichtert aus, als der Ton unversehrt erklang. Alle probierten es dann an den vorhandenen Harfen aus, und ich gestehe, dass ich es jetzt zu Hause sehr oft ohne Angst praktiziere.

Doch nicht nur das Schnarren der Saiten wurde abgestellt, auch um lockere Hakenhebel kümmerte Frau Pinder sich. Zu diesem Zweck hatte sie einen übergroßen Hammer (ich glaube, man verwendete ihn früher bei der Eisenbahn!) und einen kleinen Amboss mitgebracht. Auf letzteren wurde der abgeschraubte Haken gelegt und der Hammer mit großer Kraft auf die Niete geschlagen. Natürlich dachten wir alle, der Haken springt in tausend Stücke. Aber nein, auch das ließ sich der Haken gefallen und war dann wie neu.

Noch viele solche Tricks lernten wir in diesen kurzweiligen drei Stunden, die mir - und ich denke auch allen anderen Teilnehmern - für ihre weitere Tätigkeit von großem Nutzen waren.

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   © 2004 by Rainer Templin • rainer.templin @ harfe-vdh.de